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Der schwarze Hund

Sie erscheinen nach Einbruch der Dunkelheit. Mit glühenden Augen durchstreifen sie leere Gassen und verlassene Landstraßen auf der Suche nach ihren Opfern: Dorftiere, die geisterhaften Tierdämonen unserer Sagenwelt. 

Das bekannteste „Dorftier“ ist sicherlich der schwarze Hund. Doch sie erscheinen auch in Gestalt von Kälbern, Katzen und viele anderen Hoftieren.

Mit Einbruch der Dämmerung beginnt die Zeit der Dorftiere. Sie erscheinen an einsamen Landstraßen und schleichen im fahlen Mondschein durch abgelegene Seitenstraßen kleinerer Städte. Außerhalb von Siedlungen trifft man sie an Kreuzwegen und Brücken, oft  in der Nähe von Gewässern und feuchten Wiesen. Stumm folgen sie mit gesenktem Blick dem einsamen Wanderer entlang seines Weges. Ihre glühenden Augen erzeugen Angst und Furcht in den Herzen der Menschen, nicht wenige fliehen bei ihrem Anblick zurück in ihre Häuser. Wer einem Dorftiere aber auf der Landstraße begegnet, ist diesem häufig ausgeliefert. Nur wenige Exemplare begnügen sich damit, vor Menschen zu erscheinen, ohne auf sie zu reagieren. 

“Auf dem Rittergute zu Taubenhain seitwärts Wildberg an der Elbe zeigt sich Abends ein großer schwarzer Hund, der aus dem Hause heraus über den Hof läuft und Niemandem etwas thut, nur angerufen knurrt er.”

aus Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 1, Dresden 1874, S. 176.

Öfter jedoch versperren Dorftiere mit bedrohlichem Blick den Zugang zu Straßen, Brücken oder Häusern. Im sächsischen Grimma haust der Bieresel auf einer finsteren Kellertreppe und lässt zur Nacht niemanden hinunter, während der Brückenhund zwischen den hessischen Orten Ulm und Allendorf keinen Menschen auch nur einen Fuß über den Ulmbach setzen lässt. Dorftiere bewachen Brücken, schützen die Gebeine ihres einstigen Körpers, hüten Schätze oder behalten die Ordnung in ihrem Umfeld im Auge, indem sie zwielichtige Personen vertreiben.

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